Unser
Schulprogramm
im Überblick
Die Grundschule Bösensell lebt von gemeinsamen Werten, klaren Zielen und einem respektvollen Miteinander.
Mit unserem Leitbild und unseren pädagogischen Konzepten schaffen wir die Grundlage für erfolgreiches Lernen, individuelle Förderung und eine starke Gemeinschaft, in der sich jedes Kind willkommen und angenommen fühlen kann.
Unser Leitbild
"Sich in der Schule wohlfühlen. Dazu gehört: Gern hingehen, gern in seiner Klasse sein, mit den anderen zusammen viel erleben, sich in Anspruch genommen sehen durch Schüler und Lehrer, Interessantes zu finden, seine Gefühle äußern zu dürfen, das sagen zu können, was man meint."
(Hans Günther Homfeldt/Heiner Volkers: Sich in der Schule wohlfühlen, in: Westermanns Pädagogische Beiträge 1985/7,8, S.321)
Dieses Zitat stellen wir unserem Schulprogramm voran. Es spiegelt die Grundorientierung unserer Arbeit wider und ist gleichzeitig Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Lehrer/-innen und Kinder unserer Schule.
Die folgenden Gesichtspunkte sind übergeordnete Zielvorgaben unseres Schulprogramms, an denen sich die einzelnen Teile/Kapitel messen lassen sollen:
- Das Zusammenleben der Menschen an unserer Schule sollte von Achtung und Verständnis voreinander geprägt sein.
- Wir ermöglichen ein Lernumfeld, das Mut macht, Sinn gibt und Rückhalt bietet.
- Wir möchten eine Atmosphäre erreichen, die von Vertrauen und Offenheit geprägt ist, in der jeder sich wohl fühlen und ohne Ängste und Spannungen leben kann.
- Das friedvolle Zusammenleben in unserer Schule kann nur gelingen, wenn Gemeinsames gefunden wird, unterschiedliche Auffassungen akzeptiert und Ausgrenzungen vermieden werden.
- Unsere Schule ist eine Gemeinschaft, in der sich der Einzelne einerseits in der Gruppe aufgehoben fühlt und andererseits selbst zum Wohl der Gemeinschaft beiträgt.
- Ein vertrauensvolles und offenes Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer/-Innen ist Voraussetzung dafür, dass Kinder mit ihren Freuden und Nöten verstanden werden.
- Nur durch enge Zusammenarbeit und regen Austausch zwischen Elternhaus und Schule können wir die Kinder in ihrer Lernentwicklung unterstützen.
- Um diese Ziele zu erreichen, wurden für alle verbindliche Schulregeln aufgestellt.
Stand August 2025
Erfolgreicher Schulstart
Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule
Um unseren Schulanfängern einen behutsamen Übergang vom Kindergarten zur Grundschule und somit einen gelungenen Schulstart zu ermöglichen, haben wir in enger Zusammenarbeit mit dem Kita-Team folgendes Konzept entwickelt:
- Ca. ein Jahr (kurz nach den Sommerferien des letzten Vorschuljahres) findet ein Elternabend zur Schulreife statt. Er wird ausgerichtet von allen Kindertagesstätten, allen Grundschulen der Gemeinde Senden und dem Schulträger (Gemeinde Senden). Hier werden Sie als Eltern über die Voraussetzungen für einen gelungenen Schulstart auf. Auch die Schulpsychologie des Kreis Coesfeld unterstützt uns mit einem Vortrag über Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind in dieser Zeit unterstützen können. Die Einladung vom Schulträger erhalten alle Eltern der im kommenden Jahr schulpflichtigen Kinder aus Bösensell.
- Im Sept./Okt. des Vorschuljahres findet ein Schulrundgang für alle interessierten Eltern mit der Schulleitung und der OGTS-Leitung statt. Der Termin wird in der Presse veröffentlich. Auch wir informieren Sie hier auf der Homepage über den Termin. Der Abend ist aber auch für andere interessierten Eltern offen.
- Im Okt./Nov. des Vorschuljahres erfolgt die Anmeldung Ihres Kindes an unserer Schule. Die Aufforderung erhalten die betreffenden Eltern über die Gemeinde Senden. Im Sekretariat kann dann ein Termin für das Anmeldegespräch vereinbart werden. Eltern erhalten über die Gemeinde auch das von der Kita und der Grundschule gemeinsam erstellte Schreiben zur Schweigepflichtentbindung, um den Austausch zwischen Erzieherin und Lehrkraft zum Wohle des Kindes zu ermöglichen. Sie erhalten des weiteren eine Tippliste für einen gelungenen Schulstart. Ihr Kind kommt dann an einem Nachmittag zu unserem Schulspiel, wo die Kolleginnen und Kollegen die Schulreife feststellen. Hier ist immer ein Erzieher oder eine Erzieherin Ihres Kindes dabei. So ist die Hürde für die Kinder geringer.
- Im Frühjahr findet das Kooperationsprojekt MINTeinander statt. Hierzu kommen die Maxi-Kinder der Kita St. Johannes für eine Doppelstunde in die Schule. Die Kinder des 3. Jahrganges (die zukünftigen Paten Ihrer Kinder) führen mit ihnen Experimente zum Magnetismus oder zu anderen physikalischen Phänomen durch. Des weiteren findet eine Vorlesestunde in der Kita statt. Dazu kommen unsere 3-Klässler in die Kita.
- 2 bis 3 Wochen vor den Sommerferien kommen die Vorschulkinder in die Schule, besichtigen das Schulgebäude und nehmen am Unterricht der Patenklassen teil.
- Im gleichen Zeitraum lernen die Schulkinder der Klasse(n) 3 ihre zukünftigen Patenkinder im Kindergarten kennen, indem die Paten ihre Patenkinder in der Kita zu einer weiteren Vorlesestunde besuchen. So wird die Bindung zu den Paten vertieft und Ängst möglichst früh abgebaut.
- In den letzten Schulwochen findet der Elternabend für die Eltern der Schulanfänger statt, bei dem Ihnen die Zusammensetzung der Klasse(n) und nach Möglichkeit auch die zukünftige(n) Klassenleitung(en) vorgestellt werden. Erste organisatorische Dinge werden geklärt.
- Kurz vor den Sommerferien findet ein ToT in der BMB und OGS statt. Sie sind herzlich eingeladen, uns kennenzulernen.
- Die Einschulung findet immer am 2. Schultag des neuen Schuljahres statt. Die genauen Informationen dazu erhalten die Eltern am Elternabend und auf unserer Homepage (s.u.).
- Im ersten ersten Schuljahr treffen sich mit Ihrer Erlaubnis nach den Herbstferien die Klassenleitung und die ehemaligen Erzieherinnen im Kindergarten bei einer Übergangskonferenz zu einem Austausch über den Schulstart die Schüler und Schülerinnen.
- Auf unserer Homepage können sich Eltern jederzeit Informationen/ Termine zum Übergang einholen.
Sie finden diese unter Wissenswertes - Allgemeine Informationen.
Informationen für die Eltern unserer neuen Vorschulkinder (Einschulung 2026)
Achtung, die Termine können kurzfristig geändert werden!
- Elternabend aller KiTas und Grundschulen zur Schulreife: 24.09.25 um 19:30 Uhr im JHG Senden. Sie erhalten eine Einladung vom Schulträger.
- Schulrundgang am Di. 30.09.25 um 19:30 Uhr mit Frau Robers und Herrn Bertelsbeck.
- Anmeldung: Terminvergabe für das Anmeldegespräch bei der Schulleitung nach in der Woche vor den Herbstferien (06.-10.10.25) über das Sekretariat (02536-6167) . Die Anmeldegespräche finden vom 30.10. bis zum 11.11.25 statt, bitte Geburtsurkunde und Impfbuch mitbringen.
- Schulspiel (Schulreifetestung in Gruppen) Di. 04.11.2025, Mi.05.11.2025 ab 14:00 Uhr in der Schule. Sie bekommen eine schriftliche Einladung von der Schule. Bitte Etui mit Buntstiften und Schere mitbringen. Alle Eltern erhalten im Anschluss über die Kita oder die Grundschule eine Rückmeldung und bei Bedarf auch Fördertipps.
- Voraussichtlich im Juni 2026 ist der Besuch der Vorschulkinder mit ihren ErzieherInnen in unserer Schule. Hier lernen die Kinder das Schulgebäude kennen (Mo. 22.06.26, 10 Uhr). An einem weiteren Tag (Di. 23.06.25, 9.10 Uhr)nehmen Ihre Kinder in Begleitung der ErzieherInnen an einer Unterrichtsstunde bei ihren Paten teil. Sie erhalten eine gesonderte, schriftliche Einladung.
- Am Do., den 26.06.25 findet der Elternabend der kommenden Klasse 1 in unserer Schule statt. Sie erhalten eine gesonderte Einladung.
- Einschulung ist am Do. 03.09.2026. Wir beginnen um 8:00 Uhr mit einem ökomenischen Gottesdienst und der anschließenden Feier in der Turnhalle. Im Anschluss haben die Kinder eine kleine Unterrichtsstunde und für die Eltern hält der Förderverein einen kleinen Snack und Getränke bereit.
Hier finden Sie noch Tipps, die Ihrem Kind den Schulstart weiter erleichtern könnten.
- Tipps der GGS Bösensell zum gelungenen Schulstart
- Infos zum Tornister
- Infos zur Handgeschicklichkeit
- Infos zur Hörwahrnehmung
- Infos zur Linkshändigkeit
Soziales und demokratisches Miteinander
Schulregeln, die das gemeinsame Schulleben und Lernen erleichtern
Wir sind freundlich und helfen einander:
Stopp heißt Stopp! Keine Gewalt!
Wir halten die Klassen- und OGS-Regeln ein!
Wir halten die Schule und OGS sauber!
Die Schulordnung regelt die Organisation des Schullebens und sorgt für Ordnung und Sicherheit im Schulgebäude sowie auf dem Schulgelände. Innerhalb der Schulordnung werden Schulregeln für alle Beteiligten erstellt. Unsere Schulregeln wurden im Rahmen der Partizipation mit Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen gemeinsam entwickelt. Im Schülerparlament werden die Schulregeln und die Pausenregeln regelmäßig evaluiert. Außerdem werden die Schulordnung, die Klassenregeln und die Schulhofregeln zu Beginn jedes Schuljahres in den Klassen thematisiert.
Die Schulregeln werden regelmäßig in allen Gremien auf ihre Gültigkeit überprüft. Sie werden jedes Jahr in unserem Schulplaner veröffentlich, den jedes Kind zu Beginn des Schuljahres erhält. Anhand einer vertiefenden Erklärung werden sie gemeinsam besprochen und von Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen gemeinsam unterschrieben. Dieser „Vertrag“ soll die Wichtigkeit der Schulregeln für alle deutlich machen soll.
In der Schule hängen die Schulregeln noch einmal in Form eines Plakates in den Fluren und Klassen.
Bei massiven Verstößen erhalten die Kinder eine „Rote Karte“. Hierauf ist auf der einen Seite noch einmal das Plakat der Regeln abgedruckt und auf der anderen Seite müssen die Kinder ihre Gedanken zu dem Passierten und der möglichen Wiedergutmachung aufschreiben.
Weitere Absprachen werden als Basis für einen guten Lernerfolg und für das gemeinsam Miteinander mit Kindern, Eltern und Klassenlehrer oder Klassenlehrerinnen abgesprochen:
Wichtig für die Sicherheit:
- Für meinen Schulweg benutze ich nur die dafür abgesprochenen Wege.
- Ich vermeide Gefahren und Ärgereien auf dem Schul- und Heimweg.
- Ich gehe in den großen Pausen zügig auf den Schulhof und verbringe diese draußen.
- In den Regenpausen bleibe ich im Klassenraum und spiele dort.
- Ich halte unsere gemeinsamen Pausenregeln ein.
- Ich spiele und laufe so auf dem Schulhof, dass ich niemanden verletze.
- Ich bleibe während der Schul- und Betreuungszeit auf dem Schulgelände.
Wichtig für das Lernen und Arbeiten:
- Ich komme pünktlich zum Unterricht, auch nach den Pausen.
- Ich bringe alle nötigen Lernmaterialien regelmäßig mit in den Unterricht. (z.B. vollständig Etui, angespitzte Stifte, Schere, etc.)
- Ich lasse Handy und Uhren mit Handyfunktion zu Hause. Einbehaltene Geräte werden nur an die Eltern ausgehändigt.
- Ich halte die in der Klasse besprochenen Klassenregeln ein.
- Ich erledige zuverlässig meine Schul- und Hausaufgaben.
Wichtig für das gemeinsame Wohlgefühl:
- Ich bin freundlich, ich gehe rücksichtsvoll und höflich mit anderen um.
- Ich helfe anderen.
- Ich löse Streitigkeiten mit Worten und hole mir Hilfe, wenn ich es alleine nicht schaffe.
- Ich gehe mit dem Eigentum anderer Kinder und der Schule behutsam um.
- Ich verlasse die Toiletten sauber.
Formalitäten und Regeln, die im Schulalltag unabdingbar sind:
- Lehrer(-innen) und Eltern tauschen sich über Sorgen und Gegebenheiten aus, die die schulische Entwicklung des Kindes beeinflussen können.
- Lehrer(-innen) und Eltern ermutigen das Kind, Streitsituationen friedlich zu lösen und dabei, wenn nötig, sich Unterstützung zu holen.
- Eltern beantragen rechtzeitig und nur in Ausnahmesituationen Beurlaubungen vom Unterricht während der Schulzeit schriftlich.
- Eltern melden das Kind im Krankheitsfall am 1. Tag einmalig vor Unterrichtsbeginn möglichst durch einen Mitschüler oder im Sekretariat ab. Eine kurze schriftliche Entschuldigung sollte nach Genesung bei der Klassenlehrerin eingereicht werden.
Stand August 2025
Fördern & Fordern
Unser Konzept zur individuellen Förderung
Aus unserem Schulprogramm: 3.5. Individuelle Förderung an der GGS Bösensell
a) Grundlagen
Individuelle Förderung ist ein umfassendes Konzept schulischen Handelns und orientiert sich in der pädagogischen Haltung an der Individualität des einzelnen Schülers. Lernen ist ein aktiver Prozess und wird in Selbstorganisation aufgebaut, der Lehrer vermittelt kein Wissen sondern er hat die Aufgabe, stimulierende Lernangebote bereitzustellen und Unterstützung anzubieten.
In der Schuleingangsphase an den Grundschulen in NRW lernen alle Schülerinnen und Schüler mit individuellen Lernvoraussetzungen in einer heterogenen Lerngruppe. „Alle Schülerinnen und Schüler haben eine Recht individuell gefördert und herausgefordert zu werden.“ (RP, Münster, Neugestaltung der Schuleingangsphase). Die Verweildauer in der Schuleingangsphase ist abhängig von den Lern- und Entwicklungsfortschritten der Schülerinnen und Schüler und variiert von ein bis drei Schuljahren. „Über eine individuelle Lernzeit wird am Ende der Eingangsphase entschieden. Ein drittes Schuljahr in der Schuleingangsphase wird nicht auf die Schulpflicht angerechnet.“ (RP, Münster, Schuleingangsphase)
Im Qualitätstableau NRW unter dem Inhaltsbereich 2 „Lehrern und Lernen“ ist der Auftrag der individuellen Förderung unserer Schülerinnen und Schüler ausdrücklich hervor gehoben:
- unter dem Aspekt Kompetenzorientierung (Punkt 2.2.) fördert die Schule Lern-, Methoden- und Medienkompetenzen
- unter dem Aspekt „Lern- und Bildungsangebot“ (Punkt 2.3.) wird ein differenziertes unterrichtliches Angebot gefordert
- unter dem Aspekt „Feedback und Beratung“ (Punkt 2.5.) sollen Lernentwicklungs- und Leistungsrückmeldung in Feedbackprozesse eingebunden werden
- unter dem Aspekt „Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität (Punkt 2.6.) wird ausdrücklich hervor gehoben, dass die Planung und Gestaltung des Unterrichtes sich an den Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler orientieren soll
„Individuelles Fördern ist dort gegeben, wo die Lehrkraft Lernstandsdiagnosen für jedes Kind erstellt und durch innere Differenzierung auf die individuellen Lernbedürfnisse der Kinder eingeht, ohne die Aufgabenstellung aus den Augen zu verlieren.“
(Hilbert Meyer)
Das heißt, dass individuelle Förderung Bestandteil des gesamten Unterrichts ist und auf einer kontinuierlichen Diagnostik basiert, die sich von Klasse 1 bis Klasse 4 erstreckt (vgl. Diagnoseverfahren an der GGS Bösensell, Kapitel 3.2.). Die förderdiagnostischen Beobachtungen und Tests, die bei allen Kindern durchgeführt werden, bilden die Basis für die individuelle Förderung und für die Führung von Förderplänen (vgl. Inklusion an der GGS Bösensell, Kapitel 3.6.). Von vorneherein sollte es Ziel sein, vorschulische, schulische und außerschulische Förderung abzustimmen und zu dokumentieren.
b) Bereiche der individuellen Förderung an der GGS Bösensell
- Übergang KITA – Grundschule
- Optimierung der Wahrnehmungsbereiche
- Körperkoordination (Gleichgewicht)
- Sprachkonzept
- rhythmische Fähigkeiten
- Berücksichtigung der Interessen und Fähigkeiten der Kinder
- Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
- Rechenschwierigkeiten
- Begabtenförderung
- Sozialkompetenz
c) Formen der individuellen Förderung an der GGS Bösensell
- Patenschaften
- Gemeinsames Lernen
- Kooperation mit außerschulischen Partnern
- Zusammenarbeit mit der KITA
- Elternmitarbeit
- Förderung in der OGTS
- spezieller Förderunterricht (LRS)
- Förderdiagnostische Tests und Beobachtungen
- Sprachförderung für Migranten
- Austausch der Kollegen über die individuelle Förderung
- Führen von Förderplänen über die gesamte Schulzeit
- Arbeitspläne in Mathematik und Deutsch
- Stoffverteilungspläne in Quartalen
- individueller Tagesplan, später Wochenplan
- begleiteter Hausaufgabenplan
- Kleingruppenunterricht mit Kindern mit festgestelltem AOSF und Risikokinder im GU
- individuelle Unterstützung durch Klassenlehrer, Fachlehrer, Sonderpädagogin und die Schulsozialarbeiterin
- Berücksichtigung von besonderen Begabungen
- Zusatzmaterial für besonders leistungsstarke Kinder
- differenzierte Materialien unter anderem: zieldifferente Materialien, möglichst aus dem derzeit verwendeten Unterrichtswerk (siehe Liste für Kolleginnen); zieldifferente Lernzielkontrollen, möglichst aus dem derzeit verwendeten Unterrichtswerk (siehe Liste für Kolleginnen); Lernwerkstatt; Basiskurs von Matinko; Digitale Medien
- Beobachtungen der Erstklässler in den ersten sechs Wochen: Einordnung der verschiedenen Lerntypen; Einordnung der Arbeitshaltung; Training Sozialverhalten (Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit, Spiele in der Kleingruppe); Augen-Hand-Koordination; Feinmotorik; Artikulation; Orientierung im Raum; Ordnungssysteme bedienen; Ziffern benennen, Mengen, Zahlen zuordnen
Stand: August 2025
Leistungskonzept und Lernstandübersichten
Dem Leistungskonzept unserer Schule liegt eine intensive Arbeit in den Lehrerkonferenzen und Fachkonferenzen der einzelnen Fächer zu Grunde. Alle KollegInnen fühlen sich dem gemeinsam erarbeiteten Konzept verpflichtet. Es dient uns als Orientierung, wenngleich es durchaus Rahmenbedingungen innerhalb von Lerngruppen geben kann, die ein Abweichen von diesen Vereinbarungen pädagogisch sinnvoll und somit erforderlich machen.
Die rechtliche Grundlage für die Leistungsbewertung bildet das Schulgesetz NRW sowie die gültigen Richtlinien und Lehrpläne des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Lehrpläne der einzelnen Fächer legen die Anforderungen für das Lernen in der Grundschule fest. Diese Anforderungen sind gleichzeitig Bezugspunkt für die gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie für die Feststellung der Lernergebnisse. Die Lehrkräfte sind verpflichtet, den Schülerinnen und Schülern durch differenzierenden Unterricht die jeweilige individuelle Förderung zukommen zu lassen, welche die Basis für das weitere Lernen darstellt. Die Lehrpläne der einzelnen Fächer weisen aus, welche fachbezogenen Kompetenzen zum Ende der Grundschulzeit von den Schülerinnen und Schülern erworben sein sollen. Ziel der Lehrkräfte ist es, lernschwächere Schülerinnen und Schüler möglichst weit an die erwarteten Kompetenzen heranzuführen und lernstärkeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, diese zu überschreiten.
Unsere Grundschule ist darum bemüht, die SchülerInnen an eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit heran zu führen. Hierzu müssen Leistungen zum einen gefordert, überprüft und die Leistungsbewertung transparent gemacht werden. Zum anderen muss Leistung aber vor allem anerkannt werden. Durch Ermutigung und Unterstützung werden ein positives Lern- und Leistungsklima und damit die Voraussetzung für das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit geschaffen. Schülerinnen und Schüler erfahren somit, dass Anstrengung sich lohnt und zu einer positiven Leistungsentwicklung führt. Die Erfahrung, allein oder gemeinsam mit anderen Erfolge zu erzielen und Leistungen zu bringen, stärkt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Die Kinder lernen zunehmend, die Erfolge ihres Lernens zu reflektieren und ihre Leistungen richtig einzuschätzen.
Als Leistung werden demnach nicht nur die Ergebnisse des Lernprozesses zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zu den verbindlichen Anforderungen und Kompetenzerwartungen gewertet, sondern auch die Anstrengungen und Lernfortschritte, die zu den jeweiligen Ergebnissen geführt haben. Dabei gewinnen die verbindlichen Anforderungen und Kompetenzerwartungen im Laufe der Grundschulzeit ein größeres Gewicht und stellen den entscheidenden Maßstab für die Empfehlungen der Grundschule beim Übergang in die weiterführenden Schulen dar. Die Beschreibung der Kompetenzerwartungen in Klasse 4 bildet eine Basis für einen gelungenen Übergang zur weiterführenden Schule und dient als verbindliche Grundlage für deren Weiterarbeit.
Das gesamte aktuelle Leistungskonzept kann bei Frau Robers eingesehen werden.
Rasterzeugnisse – Kriteriengestützte Zeugnisse in tabellarischer Form
Unsere Zeugnisformulare beinhalten einen Kriterienkatalog für die einzelnen Fächer sowie für das Arbeits- und Sozialverhalten. Die verwendeten Kriterien basieren auf den Richtlinien und Lehrplänen und werden fortwährend evaluiert und ggf. angepasst. Die Rasterzeugnisse sind Bestandteil unseres schulischen Leistungskonzeptes und bieten folgende Vorteile:
- Für jedes Fach sowie für das Arbeits- und Sozialverhalten werden verbindliche Kriterien verabredet, die für alle Kinder einer Jahrgangsstufe gelten.
- Diese stehen schon zu Beginn des Schuljahres fest und sind in Form einer Lernstandsübersicht für die Eltern einsehbar.
- Die Leistungsbeurteilung wird verlässlicher, da sie kriteriengestützt ist.
- Die Leistungsbeurteilung wird insgesamt gerechter, da für alle Kinder eines Jahrgangs die gleichen Beurteilungskriterien gelten.
- Die Leistungsbeurteilung wird insgesamt transparenter, da verbindliche Beurteilungskriterien vorgegeben sind.
- Die Eltern erkennen besser die Grundlagen der Beurteilung und damit die Kompetenzerwartungen in jedem Fach.
- Die Lehrkräfte werden durch festgeschriebene Beurteilungskriterien sicherer in ihrer Beurteilung.
- Die Eltern erkennen einfacher den Leistungsstand ihres Kindes.
An dieser Stelle können Sie in Kürze die Lernstandsübersicht für jeden Jahrgang als PDF herunterladen.
Konzept zur inklusiven Schulentwicklung
1. Vorüberlegungen und Beschreibung der Rahmenbedingungen an der Gemeinschaftsgrundschule Bösensell
„Im Kontext des Masterplans Grundschule“, so heißt es im Erlass „Gemeinsames Lernen in der Grundschule“ des Ministeriums für Schule und Bildung NRW vom 12.03.2021, „hat sich die Landesregierung für eine intensive zusätzliche personelle Unterstützung des Gemeinsamen Lernens in der Grundschule entschieden“ (S. 1). Dies eröffnet uns als Gemeinschaftsgrundschule Bösensell die Möglichkeit, uns als inklusiv denkende Grundschule im Sozialraum Senden systemisch weiter zu entwickeln, „die auf allen Ebenen des schulischen Zusammenlebens und -lernens eine Schule für alle ist, in der alle Beteiligten ihre Potentiale individuell entfalten können“ (QUA-LiS NRW, inklusive Schulkultur, S. 6).
Inklusion bedeutet, einer größeren Vielfalt an Persönlichkeits- und Leistungsprofilen unter den Schülerinnen und Schülern gerecht werden zu wollen. Gemeinsames und individuelles Lernen für alle soll realisiert werden mit Hilfe von Sonderpädagogen, die sich systemisch für die Unterstützung der Kollegien und Klassen einsetzen. Durch einen schülerzentrierten Unterricht und durch stärkere Differenzierung in Form einer Vielzahl von individuellen Förderangeboten soll dem Ziel näher gekommen werden, individualisierten Unterricht in einer heterogenen Lerngruppen gelingen zu lassen. Die Wertschätzung von Schülerinnen und Schülern als Individuen und die kollegiale Teamarbeit sind dabei eine Grundlage.
Zurzeit besuchen 126 Schülerinnen und Schüler unsere Gemeinschaftsgrundschule in Bösensell, von ihnen haben 33 Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund. Unser Team besteht aus einer Schulleiterin, Konrektorin und acht weiteren Lehrern und Lehrerinnen/innen, meist Teilzeitkräfte. Eine Sonderpädagogin steht unserer Schule stundenweise zur Seite und arbeitet mit den Kolleginnen im Team. Ebenso werden wir von einer Sozialpädagogischen fachkraft und einer Schulsozialarbeiterin unterstützt. Zu unserem Team gehört auch die Leitung der OGS und weitere 7 Betreuerinnen.
Die knappen Ressourcen zwingen unsere Kolleginnen und Kollegen, unsere Aufträge klar und effizient zu formulieren. Fachlehrer/innen, Klassenlehrer/innen, Sonderpädagogin, OGS-Leitung und die sozialpädagogische Fachkraft versuchen als multiprofessionelles Team zusammen zu arbeiten. Es ist sehr erfreulich, dass dies bisher konstruktiv in einer stets freundlichen Arbeitsatmosphäre möglich ist. Die Aufgeschlossenheit bezüglich Teamarbeit ist in unserem Kollegium gegeben. So werden Lernstandserhebungen gemeinsam erarbeitet, durchgeführt und evaluiert. Darüber hinaus finden Beratungsgespräche statt zur Abstimmung der notwendigen Erziehungs- und Fördermaßnahmen unter Einbeziehung außerschulischer Partner aus dem sozialen, therapeutischen Bereich. Eine Kollegin hat die Ausbildung zur Beratungslehrerin, weitere Kolleginnen haben an den Fortbildungen für LRS (Lese- Rechtschreibschwäche) teilgenommen. Im Bereich Dyskalkulie lässt sich unsere Schule von der Kreisbeauftragten beraten und hat sich auch in diesem Bereich mit dem Osnabrücker Zentrum für Rechenschwäche fortgebildet.
Die räumlichen Bedingungen ermöglichen die individuelle Förderung mit Einschränkungen. Nur einer Klasse steht ein kleiner Nebenraum zur Verfügung, in dem Kleingruppenförderung möglich ist, sofern die Binnendifferenzierung nicht im Klassenraum umgesetzt wird. Da unsere Schule aber derzeit nicht in allen Jahrgangsstufen zweizügig ist, können der letzte Klassenraum als Multifunktionsraum für Beratung, sozialpädagogische Begleitung und Förderung genutzt werden. Ebenso nutzen wir die Lehrerbibliothek mit zwei weiteren Fördergruppen. Die Toiletten und der Zugang zum Schulgebäude sind bereits behindertengerecht.
Die Zusammenarbeit mit der angegliederten OGS ist systemisch aufgebaut und wird durch gemeinsame Dienstbesprechungen intensiviert. Die Kontakte zum örtlichen Kindergarten werden regelmäßig gepflegt. Die Elternschaft unserer Schule ist engagiert und kann in die inklusive Erziehung eingebunden werden. Die materielle Ausstattung von Lernmaterialien ist gut und bietet die Voraussetzung um verschiedenen Förderbedarfen gerecht zu werden und eine spezialisierte, zieldifferente Förderung zu realisieren. Auch der Schulträger unterstützt nach seinen Möglichkeiten.
2. Inklusion – was heißt das für uns
Unsere Leitbilder:
Im bisherigen Schulprogramm (in Auszügen):
- Sich in der Schule wohlfühlen
- Wir ermöglichen ein Lernumfeld geprägt von Achtung, Verständnis, Vertrauen, Offenheit, Toleranz, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein
- Inklusion heißt, die Gleichwertigkeit und Verschiedenheit der Menschen anzuerkennen
- Wir wollen ein friedvolles Miteinander, in dem Gemeinsames gefunden wird und jeder das sagen kann, was er meint.
- Es ist in Ordnung, Fehler zu machen, auch teilweise richtig bearbeitete Aufgaben finden Anerkennung.
- Wir wollen im Unterricht Differenzierungsmöglichkeiten und Lernen mit allen Sinnen anbieten.
Für die Inklusion (vom Kollegium ausgewählt):
- Das Recht anders zu sein
- Inklusion heißt, die Gleichwertigkeit und Verschiedenheit der Menschen anzuerkennen
- Inklusion ist eine Schule für alle Kinder, in der jedes Kind seine eigenen Entwicklungsziele verwirklichen kann.
- Gemeinsames Lernen soll in größtmöglichem Maß realisiert werden. Inklusiver Unterricht erfordert die Kooperation von Lehrkräften, die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder mit erschwerten Lernbedingungen planen.
- Inklusion in der Schule ist gemeinsamer Unterricht aller Schüler unabhängig von sekundären Merkmalen wie z.B. die Art und der Grad einer Behinderung.
- Inklusion in der Schule heißt, dass alle Kinder und Jugendlichen so angenommen werden, wie sie sind.
- Differenziertes und individualisiertes Lernen verlangt eine differenzierte Leistungsbewertung.
3. Gemeinsames Lernen: Unterricht
Gemeinsames Lernen erfolgt je nach Förderschwerpunkt zielgleich oder zieldifferent. Werden die Schüler und Schülerinnen zielgleich unterrichtet, gilt der Lehrplan der Grundschule unter Einbeziehung der Richtlinien des jeweiligen Förderschwerpunktes bei Schüler und Schülerinnen mit ausgewiesenem Förderbedarf (z.B. Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Hören und Kommunikation, Sehen, Körperliche und motorische Entwicklung).
Zieldifferente Förderung richtet sich nach den Richtlinien der Förderschulen in Verbindung mit den Lehrplänen der Grundschule. Die Ziele der allgemeinen Schule können, müssen aber nicht erreicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf der individuellen und ganzheitlichen Förderung der Schüler und Schülerinnen mit ausgewiesenem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen oder geistige Entwicklung.
Die Gemeinschaftsgrundschule Bösensell konzentriert sich im Rahmen des Gemeinsamen Lernens zunächst auf die inklusive Beschulung von Schüler*innen mit sonderpädagogischen Bedarfen in den 3 Lern- und Entwicklungsstörungen (AO-SF § 5) sowie im Bereich körperliche und motorische Entwicklung. Im Rahmen sogenannter Einzelintegration wurden in den letzten Jahren immer wieder einzelne Schüler im Gemeinsamen Lernen an der Schule unterrichtet.
Für gelingende Unterrichtsentwicklung im Gemeinsamen Lernen stehen neben der inklusiven Haltung möglichst vieler an Schule Beteiligten und der didaktischen Fachkompetenzen der Lehrer und Lehrerinnen vor allem das Verständnis für die einzelnen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte, die Klärung der Aufgaben und Kompetenzen der verschiedenen Professionen und deren Kooperationen sowie die Planung notwendiger Fortbildungsbedarfe im Mittelpunkt.
Wichtige bzw. vorrangige Verstehens- und Zielaspekte für die inklusive Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarfen in den Bereichen werden im Folgenden dargestellt:
Schüler und Schülerinnen im Förderschwerpunkt „Emozionale und soziale Entwicklung“ werden zielgleich unterrichtet, es sei denn, sie haben zusätzlich sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Lernen.
Förderung zielt vor allem auf die Stärkung des Selbstwertgefühls, den Aufbau emotionaler Stabilität durch Zuwendung und verlässliche Beziehungsangebote, den Abbau von Angst und Spannungen durch Bewegung und Entspannung. Zudem steht die Förderung von Motorik, Wahrnehmung und Selbststeuerung im Mittelpunkt.
Die Schüler und Schülerinnen sollen lernen:
- Gefühle wie z.B. Ärger, Wut oder Angst verbal zu äußern und mit ihnen adäquat umzugehen,
- in angemessener Form auf andere Kinder und Erwachsene zuzugehen,
- sich in eine Gruppe zu integrieren,
- Kontakte und Freundschaften zu Mitschülerinnen und Mitschülern prosozial aufzubauen,
- Konflikte konstruktiv-verbal lösen zu können,
- sich ein effektives Lern- und Arbeitsverhalten anzueignen,
- das Konzentrationsvermögen und die Anstrengungsbereitschaft zu erweitern und die Toleranz- und Frustrationsgrenze zu erhöhen (vgl. GGS Grefrath, Gemeinsames Lernen).
Schüler und Schülerinnen im Förderschwerpunkt „Lernen“ erhalten eine zieldifferente Förderung. Bewertungen, vor allem auf Zeugnissen, werden ausschließlich in Form von Lernentwicklungs- und Leistungsberichten vergeben.
Im Mittelpunkt der Fördermaßnahmen stehen die intensive Unterstützung bei der Erarbeitung neuer Themenbereiche, die Bereitstellung individuell angepassten, anschaulichen Arbeits- und Aufgabenmaterials, vielfältige Übungsvarianten sowie Wiederholungen und ein den individuellen Möglichkeiten angepasster Lernstoff. Ziel ist das Ermöglichen von Erfolgserlebnissen und das Erleben von Selbstwirksamkeit, um Lernmotivation, Konzentration und Arbeitsausdauer zu steigern.
Fördermaßnahmen beziehen sich darauf, dass die Schüler und Schülerinnen
- der individuellen Lernausgangslage angepasste Lern- und Arbeitsmaterialien bzw. Bücher und Lehrwerke bekommen,
- jederzeit über verschiedenes Anschauungs- und Fördermaterial verfügen können,
- einen individuellen Lernplan erhalten, der vor allem die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht einbezieht,
- Aufgaben erhalten, die die Merkfähigkeit, das Aufgabenverständnis, die Denk- und Transferfähigkeit stärken und darüber hinaus individuelle Lehrer/innen- und Schüler/innenhilfe erfahren,
- Hilfen zur Orientierung und zum Situationsverständnis erhalten (vgl. GGS Grefrath, Gemeinsames Lernen).
Schüler und Schülerinnen im Förderschwerpunkt Sprache werden ohne weitere sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe in den Bereichen Lernen oder Geistige Entwicklung lernzielgleich unterrichtet. Fördermaßnahmen beziehen sich auf:
- „Unterrichtsbedingungen, die angstfreie und selbstbestimmte sprachliche und kommunikative Erprobung der sprachlichen Handlungsfähigkeiten ermöglichen
- die Bereitstellung kompensierender Angebote zum sprachlichen bzw. kommunikativen Ausdruck (z.B. audiovisuelle Medien und Sprachhilfsmittel) oder Ermöglichung alternativer Arbeits- und Präsentationsformen
- angemessene materielle und mediale Ausstattung zur Visualisierung und Schaffung von Sprechanlässen,
- die methodische und didaktische Umsetzung der erforderlichen Lernprozesse auf phonetisch-phonologischer Ebene (Lautbildung und Artikulation), semantisch-lexikalischer Ebene (Wortschatz und Wortbedeutung), syntaktisch-morphologischer Ebene (Grammatik) und kommunikativ-pragmatischer Ebene (Kommunikation),
- eine modellhafte Unterrichtssprache mit einem reflektiert variierenden Sprechtempo. Ein situativ angemessenes fraktioniertes Sprechen (minimale Pausen) vor relevanten Laut-, Wort- oder Satzstrukturen,
- einen angemessenen Wechsel von sprachlicher Rezeption, Reflexion und Produktion
- individuell sprachlich zwingende Kontexte integriert in Unterrichtssituationen,
- individuelle Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch sprachspezifische Strategien wie z.B. sprachspezifisches Lob, metasprachliche Reflexion, Aufmerksamkeitsfokussierung auf geforderte Zielstrukturen eine Präsentation situativ angemessener und individuell modellhafter sprachlicher Zielstrukturen oder korrektives Feedback durch die Lehrkraft“ (GGS Grefrath, Gemeinsames Lernen).
Schülerin und Schülerinnen im Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Bewegung“, „Hören“ und „Sehen“ werden zielgleich, in Kombination mit dem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen zieldifferent unterrichtet. Für die Förderschwerpunkte „Hören“ und „Sehen“ werden wir von Fachkräften der entsprechenden Fachrichtungenschulen. Fördermaßnahmen beziehen sich auf:
- Bereitstellung individueller sächlicher Hilfsmittel und personeller Begleitung bei der Unterstützung in lebenspraktischen Bereichen
- Unterstützung in den Bereichen Kommunikation, Konzentration, Wahrnehmung und psychische Stabilität
4. Formen der Kooperation von Lehrkräften und unterrichtsintegrierte Förderformen an unserer Grundschule
Der gemeinsame Unterricht an unserer Schule erfolgt zielgleich oder zieldifferent. Werden die Schüler zielgleich unterrichtet, gilt der Lehrplan der Grundschule unter Einbeziehung der Richtlinien des jeweiligen Förderschwerpunktes bei Schülern mit ausgewiesenem Förderbedarf (z.B. Emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, Körperliche und motorische Entwicklung).
Zieldifferente Förderung richtet sich nach den Richtlinien der Förderschulen in Verbindung mit den Lehrplänen der Grundschule. Die Ziele der allgemeinen Schule müssen nicht erreicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf einer individuellen und ganzheitlichen Förderung der Schüler mit ausgewiesenem Förderbedarf, insbesondere bei den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung (vgl. Fortbildungsunterlagen Querenburg-Akademie).
Ziele des gemeinsamen Unterrichts sind zum einen eine gemeinsame Prozessdiagnostik und kooperative Beratungsgespräche und die Abstimmung der Erziehungsmaßnahmen mit den Erziehungsberechtigten. Zum anderen umfasst die Heterogenität einer Klasse eine große Bandbreite von der Hochbegabung bis hin zum Förderbedarf Lernen als nur ein Beispiel und erfordert auf unterrichtlicher Ebene vielfältige Überlegungen. Die Querenburg-Akademie nennt konkrete Maßnahmen für den gemeinsamen Unterricht unter anderem auch Varianten der Binnendifferenzierung z.B. Rollendifferenzierung, Themendifferenzierung, Neigungsdifferenzierung, Gruppenpuzzle etc. Des Weiteren rät sie zur Anreicherung eines lehrerzentrierten Unterrichts durch Schülerzentrierung, zum Förderband, zu Förderworkshops, zu Feedback-Systemen und zum Konzept Schüler helfen Schülern (Tutoren).
Im Folgenden werden die an unserer Schule praktizierten Kooperationsformen zwischen Klassenlehrern, Fachlehrern und Lehrkräften sonderpädagogischer Unterstützung dargestellt. Das nachfolgende Zitat soll vorausgeschickt die notwendigen Vorbedingungen für eine gelungene Kooperationsarbeit beschreiben: „Beeinflusst werden die Möglichkeiten der Kooperation neben individuellen Einstellungen, Kompetenzen und Erfahrungen der kooperierenden Lehrkräfte sowie deren persönliche Beziehungen auch durch die organisatorischen und politisch-administrativen Rahmenbedingungen.“ (Lernende Schule: Themenheft: Auf dem Weg zur inklusiven Schule, Heft 55, 22011, S. 34)
An unserer Gemeinschaftsgrundschule praktizieren wir verschiedene Kooperationsformen der Klassenlehrer, Fachlehrer und Lehrkräfte sonderpädagogischer Unterstützung:
- Eine Lehrkraft übernimmt die Moderation des Unterrichts, die andere übernimmt gemeinsam abgesprochene Beobachtungsaufgaben („One teach, one observe“).
- Eine Lehrkraft übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, die andere unterstützt einzelne Schülerinnen und Schüler individuell („One teach, one assist“).
Diese Kooperationsform wird am häufigsten praktiziert.
- Die Lehrkräfte teilen die Klassen in zwei Lerngruppen auf („Parallel teaching“)
- Eine Lehrkraft übernimmt den Unterricht für den größten Teil der Lerngruppe, die andere arbeitet mit einer Kleingruppe auf anderem Niveau und/oder mit anderen Methoden („Alternative teaching“).
- Beide Lehrkräfte arbeiten in der Planung, Durchführung und Auswertung gleichberechtigt zusammen und ergänzen sich gegenseitig („Team teaching“).
5. Förderdiagnostik und Förderplanarbeit im Rahmen von Inklusion
Individuelle Förderpläne dienen im gemeinsamen Unterricht dem Austausch und der gezielten Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die Schüler unterrichten, fördern, therapieren oder betreuen mit dem Ziel, die bestmögliche Förderung zu erreichen.
An unserer Grundschule haben wir uns auf ein einheitliches Notationsschema geeinigt. „Wenn ein Förderplan zum Arbeitsdokument der täglichen Tätigkeit werden soll, muss er praktikabel in der Handhabung sein … in der Anwendung übersichtlich und prägnant … nicht überladen. Dies wird zum einen durch das Qualitätskriterium Begrenztheit und Schwerpunkte setzend und zum anderen durch die eingebrachten Inhalte sichergestellt. … Förderplanung muss in der Synopse zu Unterricht, Förderung, Diagnostik und Evaluation betrachtet werden.“ (Popp, Melzer, Medner: Förderpläne entwickeln und umsetzen, München, Basel 2013, S. 30, S. 18)
In unserem Schulprogramm sind grundsätzliche Überlegungen zur konzeptionellen Umsetzung von Diagnostik (Kapitel 3.0. Diagnoseverfahren) und individueller Förderung (Kapitel 3.5 Individuelle Förderung an der GGS Bösensell) dargelegt. Die Grundlage für die Realisierung von Individualisierung und Differenzierung im Unterricht ist die Erstellung eines Förderplans, der von den Klassen- und Fachlehrern in Zusammenarbeit mit den Sonderpädagogen erstellt wird. Die Förderplanung basiert auf einer Prozessdiagnostik, die an unserer Schule in Form von Lernstandserhebungen und deren Auswertungen durchgeführt wird. Eine entwicklungsorientierte Förderplanung beinhaltet die Ausgangslage, die konkrete Zielsetzung und die konkreten Maßnahmen. Für die Elternarbeit, die für den gemeinsamen Unterricht eine wesentliche Rolle spielt, dient der Förderplan zur Vermittlung von Transparenz aber auch zur Fixierung von Absprachen zwischen Lehrern und Eltern. Für den Übergang zur weiterführenden Schule bei Kindern mit ausgewiesenem Förderbedarf sind Förderpläne unerlässlich, bei Kindern mit erhöhtem Förderbedarf sehr hilfreich. „Die in den Förderplänen festgelegten Maßnahmen finden Umsetzung in Unterricht, Förderung oder Therapie … Zielstellung sollte dabei nicht sein, dass der Unterricht, die Förderung oder die Therapie völlig umgestellt werden, sondern dass sich die festgelegten Maßnahmen der jeweiligen Situation anpassen.“ (Popp, Melzer, Methner: Förderpläne entwickeln und umsetzen, München, Basel 2013, S. 20)
6. Aufgabenfelder der sonderpädagogischen Lehrkraft an der Gemeinschaftsgrundschule Bösensell
Die Querenburg-Akademie hat im Rahmen ihrer Fortbildungsangebote folgende Tätigkeitsfelder für die im Regelschulkapitel beschäftigten Sonderpädagogen oder Lehrkräfte sonderpädagogischer Unterstützung zusammengestellt.
- Förderung, Unterricht, Erziehung, Team-Teaching
- Beratung und Kooperation mit dem gesamten Kollegium
- Elternberatung
- Kooperation mit außerschulischen Stellen
- Erstellen von Förderkonzepten im Sinne einer Prozessdiagnostik
- Teilnahme an Konferenzen, wenn schulrelevante Entscheidungen zum Bereich der sonderpädagogischen Förderung getroffen werden
Es ist dabei zu beachten, dass
- die dienstlichen Angelegenheiten an der Stammschule Vorrang haben
- die von der Schulaufsicht festgelegten Förderstunden keine Vertretungsreserve für die allgemeine Schule sind
- dieses vielfältige Aufgabenspektrum eine flexible Handhabung der zur Verfügung stehenden Förderzeiten erfordert.
Ein Festlegung und Klärung der Aufgabenverteilung aller Bereiche in Bezug auf inklusive Beschulung zwischen Klassen-, Fach-, Sonderschullehrerin, Schulsozialarbeit und OGS wurde im Rahmen einer Konferenz erstellt.
7. Die Gemeinschaftsgrundschule Bösensell im Netzwerk mit sozialen, therapeutischen und medizinischen Einrichtungen
Unsere Schule arbeitet kooperativ mit sozialen, therapeutischen und medizinischen Einrichtungen zusammen. In unserem Lehrerzimmer befindet sich ein Ordner, der von unserer Sonderpädagogin zusammengestellt wurde und in dem Anschriften von Beratungsstellen, Ärzten, Therapeuten, Kliniken und Einrichtungen zur Kinder- und Jugendhilfe und zur Elternberatung zu finden sind. Die Zusammenarbeit mit diesen außerschulischen Stellen wird für uns immer wichtiger und bildet eine der zentralen Grundlagen für eine gezielte Förderdiagnostik und für die Durchführung der Präventions- und Interventionsarbeit an unserer Schule. Die Sonderpädagogin ist in der Regel in der Lage, die ärztlichen und therapeutischen Diagnosen für die Kolleginnen zu interpretieren und in die Förderplanung mit einzubeziehen. So können individuelle Rahmenbedingungen innerhalb des Unterrichts gemeinsam geschaffen werden.
- Ärzte: Kinderärzte, Päd-Audiologen, Augenärzte
- Ergotherapeuten
- Erziehungsberatungsstelle in Lüdinghausen
- Escamentis – Beratung für Kinder mit besonderen Begabungen
- die für unseren Standort zuständigen Förderschulen
- Ini-HB – Initiative für Hochbegabte in Münster
- Jugendamt des Kreises Coesfeld
- Lerntherapeuten (zur Zeit Frau Hanischmacher)
- Logopäden
- LWL Beratungshaus
- Mira – Lobe – Schule (Städtische Schule für Kranke Coesfeld)
- Motopäden – Verein für Motopädie in Münster
- Psychotherapeuten in Münster und Senden
- Schulpsychologische Beratungsstelle in Lüdinghausen
- Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie Coesfeld
8. Fortbildung des Teams in Bezug auf Inklusion
Im August 2015 haben wir unter Beteiligung des KI Coesfeld auf den Weg gemacht, unser Schulkonzept zu überarbeiten. Über etwa 2 Jahre haben wir uns mit dem Thema „Offener Unterricht mit leitenden Strukturen als Basis eines Inklusiven Unterrichts“ beschäftigt. Innerhalb dieser Schulentwicklungsarbeit haben wir uns intensiv mit der individuellen Förderung im Allgemeinen und in den einzelnen Fächern beschäftigt. Wir haben uns auf bestimmte Diagnoseverfahren, Möglichkeiten der individuellen Leistungsermittlung und -beurteilung festgelegt und Absprachen zur individuellen Förderung bei kurzzeitige und längerfristigen Bedarfen getroffen. Wir haben unsere Klassenräume unter der Berücksichtigung des Classroom-Management umgestaltet und uns im Besonderen mit der LRS und der Diskalkulie beschäftigt. Ebenso haben wir einen Arbeitsverteilungsplan für KL, FL und SOL erstellt.
Im Laufe der letzten Jahre wurden an unserer Schule mehrere Schüler und Schülerinnen präventiv gefördert oder im Gemeinsamen Unterricht beschult (Förderschwerpunkt S, H, KM, LE und ESE). Vor allem bei den Kindern mit Förderschwerpunkt Lernen konnten die Kollegen und Kolleginnen auf die Expertise unserer Sonderschulpädagogischen Lehrkraft zurückgreifen, die die Klassen- und Fachlehrerin durch intensive Beratung fortgebildet hat. Jeweils dem Förderschwerpunkt entsprechend nehmen die Kolleginnen aber auch Angebote der Fachberater/innen der Förderschulen wahr, lesen sich in Fachliteratur ein oder bilden sich in Eigenregie zum Förderschwerpunkt weiter. Ebenso werden über unser Fortbildungskonzept (Kapitel 2.3. des Schulprogramms) systematisch Fortbildungsbedarfe und –wünsche ermittelt und als SchELf-Maßnahme ermöglicht.
Unsere Fortbildungsplanung für das gemeinsame Lernen ist geprägt vom Wunsch der Unterstützung des multiprofessionellen Teams unserer Schule und der Orientierung an den Bedarfen der Kinder. Zunächst haben wir unsere bisherigen Erfahrungen und Kompetenzen gebündelt, erweitert und systemisch in die Grundschule Bösensell eingearbeitet. Hierzu fanden verschiedene Fortbildung mit dem gesamten Team statt. Im Anschluss wurde auch die Verzahnung der Unterstützungsmaßnahmen im Vormittag (Unterricht) und Nachmittag (Lernzeit/Betreuung) durch unser Multiprofessionelle Team systemisch aufgebaut.
Unsere Sonderpädagogin hat einen Beratungsordner mit Adressen und Ansprechpartner für spezielle Fachberatungsbedarfe zusammengestellt. Desweiteren können sich alle Kollegen und Kolleginnen im Ordner der Bez. Reg MS „Inklusion – Inklusiver Unterricht und sonderpädagogische Förderung“ erste Informationen zu den einzelnen Förderschwerpunkten heraussuchen.
9. Die Inhalte des Konzeptes zur inklusiven Schulentwicklung basieren auf folgenden Quellen:
- Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW: Inklusion: Das Recht, anders zu sein, 11/2013
- Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, RdErl. „Gemeinsames Lernen in der Grundschule“ v. 12.03.2021
- Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Masterplan Grundschule, 2020
- Lernende Schule: Themenheft: Auf dem Weg zur inklusiven Schule, Heft 55/2011
- Friedrich Jahresheft: Fördern XXXII, Seelze, 2014
- Unterlagen der Lehrerfortbildung Inklusion, Querenburg Akademie
- Popp, Melzer, Methner: Förderpläne entwickeln und umsetzen, München, Basel, 2013
- Reg MS: Inklusion – Inklusiver Unterricht und sonderpädagogische Förderung, Münster 2018
- Wagner, Petra (Hg.), Handbuch Inklusion. Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, Freiburg 2013
- QUA-LiS NRW, Inklusive Schulkultur, Soest 2020
- Gemeinschaftsgrundschule Bösensell, Schulprorgramm:
3. Fortbildungskonzept
3.0. Diagnoseverfahren
3.5. Individuelle Förderung an der GGS Bösensell
Internetquellen:
- inklusionschule.info/inklusion/definition-inklusion.htm
- Gemeinschaftsgrundschule Grefrath, Konzept für Gemeinsames Lernen
Stand August 2025
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